Blended Learning
25.04.2019

Blended Learning: Was Unternehmen über das Konzept wissen sollten

Der Mix aus Online- und Offline-Maßnahmen spielt eine entscheidende Rolle in der Bildung von heute. Auch in Unternehmen ist das sogenannte Blended Learning längst angekommen. So wurde die Anwendung im mmb-Trendmonitor 2018/2019 mit 97 Prozent als bedeutsamste Lernform für das betriebliche Lernen in den kommenden drei Jahren benannt. Wir stellen das Konzept inklusive Beispielen aus der Praxis vor und erklären die Vor- und Nachteile.

Was ist Blended Learning eigentlich genau?

Blended Learning kommt aus dem Englischen und bedeutet auf Deutsch nichts weiter als „integriertes Lernen“ oder „hybrides Lernen“, wobei „blended“ wörtlich übersetzt „vermischt“ heißt. Die Definition von Blended Learning beschreibt die Kombination von unterschiedlichen Methoden und/oder Medien im Zuge des Lernens. Hierbei ist in der Praxis häufig die Mischung aus Präsenzschulungen und E-Learning gemeint.

Warum ist Blended Learning sinnvoll?

Es gilt als besonders effektiv, digitale und analoge Elemente zu kombinieren. So können Teilnehmer beispielsweise vor einem Seminar dank E-Learning bereits auf einen ähnlichen Kenntnisstand gebracht werden oder Inhalte nach einer Präsenzveranstaltung ganz gemäß ihres eigenen Kenntnisstandes vertiefen. Das Lernen wird somit flexibler, individueller und nachhaltiger. Wissenslücken können ausgeglichen und Teilnehmer neu motiviert werden.

Wo findet das Konzept Anwendung?

Blended Learning findet zum einen in Hochschulen und Akademien Anwendung. Und auch in Schulen ist die Lernmethode spätestens seit der Verabschiedung des DigitalPakts Schule im Frühjahr 2019 ein immer größer werdendes Thema. Zum anderen bringt das Lernkonzept aber auch Unternehmen voran. Auf digitalen Plattformen (siehe auch Lern-Management-System) werden Informationen gebündelt und stets aktuell zur Verfügung gestellt. Im Außendienst von Firmen mit einem größeren Vertriebsteam kann auch das Mobile Learning zum Einsatz kommen, bei dem die Neuigkeiten über die Produktwelten digital per App gelernt werden können. Mehr Anwendungsfälle finden Sie im untenstehenden Abschnitt „Beispiele: Blended Learning in der Praxis“.

Vor- und Nachteile von Blended Learning

Die Vorteile liegen in diesem Zusammenhang auf der Hand:

  1. Zugriff ist unabhängig von bestimmten Zeiten
  2. Lernen wird von jedem Ort der Welt aus möglich
  3. Berücksichtigung individueller Kenntnisstände
  4. Jeder lernt in seinem eigenen Tempo
  5. Förderung von eigenverantwortlichem Lernen und Selbstdisziplin
  6. Interaktive Elemente schaffen Abwechslung und zusätzliche Motivation
  7. Entlastung des Lehrpersonals
  8. Digitale Klausurenvorbereitung verringert Prüfungsangst
  9. Onlinelösungen als Kontaktmöglichkeit / Förderung des Austausches der Teilnehmer
  10. Statistiken ermöglichen direktes Feedback

Blended Learning wirkt außerdem insbesondere der Kritik entgegen, die dem reinen E-Learning oft vorauseilt: nämlich der fehlenden Interaktion. Diese ist durch die Kombination beider Welten schließlich noch durch die Präsenzveranstaltungen gegeben.

Doch wo Vorteile sind, verbergen sich meist auch Nachteile. Im Falle des integrierten Lernens sind an dieser Stelle vor allem die Einstiegshürden zu nennen. Während die technischen Voraussetzungen sehr gering sind (in der Regel Internet, ein Endgerät und eine Person, die die Inhalte verwaltet), stehen in Unternehmen oftmals die Themen Betriebsrat und Kosten auf der Agenda. Aus Erfahrung können wir Ihnen sagen: Die Kosten amortisieren sich in fast allen Fällen sehr schnell. Argumente, wie Sie den Betriebsrat überzeugen, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Je nach Affinität der Lernenden für digitale Medien kann auch die Implementierung unterschiedlich schwierig gestalten. Die Bedienung der digitalen Lösungen ist aber in der Regel für Personen, die tagtäglich mit Smartphones arbeiten, sehr einfach. Alles in allem dürften die Vorteile überwiegen: Insbesondere die nachgewiesene Nachhaltigkeit des Lernens und der damit verbundene positive Lernerfolg stehen dabei im Mittelpunkt.

Konzept erstellen: 4 Arten des hybriden Lernens

In der Praxis kommt Blended Learning nach Staker und Horn (2012) in vier verschiedenen Formen zum Einsatz:

1.) Rotations-Modell: Ein Ablaufplan regelt die Onlinephase und die Präsenzzeit strikt, diverse Unterformen sind üblich, z.B. das Lernen in Stationen.
2.) Flex-Modell: Gelernt wird hauptsächlich online, bei Fragen steht das Lehrpersonal zur Verfügung.
3.) Self-Blend-Modell: Eigenständige Zusammenstellung von Onlinemaßnahmen begleitend zum Präsenzunterricht.
4.) Enriched-Virtual-Modell: Der Onlinekurs kommt vor und nach einem Präsenztermin zum Einsatz, um diesen gleichberechtigt zu unterfüttern.

Beispiele: Blended Learning in der Praxis

Im Folgenden stellen wir einige Best Practice Beispiele vor.

Einsatz in Bildungseinrichtungen

An Hochschulen und Universitäten ist das hybride Lernen längst Gang und Gäbe. Insbesondere im Bereich der berufsbegleitenden Studiengänge ist die Kombination aus digitaler und analoger Welt nicht mehr wegzudenken. Lesen Sie mehr über den Einsatz einer Quiz-App als Lernbegleitung an der Bauhaus-Universität Weimar. Oder erfahren Sie, wie eine digitale Akademie-Lösung das Zahnmedizinische Fortbildungs-Zentrum Stuttgart weiterbringt.

Einsatz in Unternehmen

Vom Onboarding bis zur kontinuierlichen Weiterbildung von Mitarbeitern kommt Blended Learning in Unternehmen zum Einsatz. Studien zeigen, dass die deutliche Mehrheit an neuen Mitarbeitern den ersten Arbeitstag beendet, weil das Umfeld noch nicht ausreichend auf deren Einsatz vorbereitet ist. Dabei ist mit der Ergänzung um digitale Methoden (bspw. Onboarding-App), eine ununterbrochene, individuelle Betreuung am ersten Tag gar nicht nötig. Das neue Personal kann sich im „Welcome-Quiz“ über das Unternehmen informieren und per App sämtliche wichtige Dinge lernen: von den Regelungen in Sachen Urlaub oder Krankheit über den Kantinenplan bis hin zu Benefits, die die Firma bietet. Das Unternehmen spart gleichzeitig Zeit und Kosten, die durch die laufende Einarbeitung von Mitarbeitern anfallen.

In der Praxis erfreut sich die Lernmethode aber auch im Vertrieb großer Beliebtheit. Denn hier ist es oftmals besonders schwer, die Außendienst-Mitarbeiter über Neuheiten der Produkte und Dienstleistungen zu schulen. Schließlich sind diese im Zweifel in ganz Deutschland oder gar weltweit verteilt und eine Präsenzschulung bedeutet hierdurch viel Koordinationsaufwand sowie hohe Reisekosten. Ergänzend zu solchen Veranstaltungen können die Mitarbeiter folglich per App immer auf dem Laufenden gehalten werden. So lernen etwa bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall 4.000 Finanzberater im Außendienst per App und auch bei der Wüstenrot AG werden durch die App Weiterbildungskosten gesenkt.

keeunit Ihr Anbieter für digitale Lernlösungen

Sie sind auf der Suche nach einem erfahrenen Anbieter in Sachen moderne Weiterbildung? Egal, ob für die Einarbeitung von Mitarbeitern, die Stärkung Ihres Vertriebsteams, ob als Akademie-Lösung oder zum Einsatz im Unternehmen: Vertrauen Sie auf keeunit diese Kunden haben wir bereits überzeugt.

Wir freuen uns auf Sie!