E-Learning Konzepte für die Schulung von Einkäufern in Unternehmen

In dem so wichtigen Unternehmensbereich Einkauf ist kontinuierliche Weiterbildung gefragter denn je. Der 2007 durchgeführten Studie „QUEST – Perspektiven strategischer Qualifizierung im Einkauf und in der Supply Chain“ des BrainNet Campus zufolge wurde der Einkauf im Hinblick auf Weiterqualifizierung bis dahin leider jedoch stiefmütterlich behandelt: „Die Qualifizierungsbudgets im Einkauf sprechen eine deutliche Sprache. Sie belaufen sich im Durchschnitt auf nur 876 Euro je Einkaufsmitarbeiter. Im Vergleich dazu liegt das Qualifizierungsbudget für Mitarbeiter im Vertrieb neunmal höher.“ (Siehe CHECKpoint eLearning)
Wie ist es um die Weiterbildungspolitik für Einkausabteilungen heute bestellt? Welche Anforderungen stellen Markt und Unternehmen an die Weiterqualifizierung von Einkäufern? Und welche Rolle spielt der Einkauf im Unternehmen?

 

Der Einkauf ist die Schnittstelle zwischen

  • Zulieferer und Vertrieb
  • Zulieferer und Produktion
  • Vertrieb und Abnehmer

 

Eine strategische Wertschöpfungsfunktion im Einkauf ist daher grundlegende Voraussetzung für unternehmensinterne Prozesse und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

 

Einkauf und Personalentwicklung im Zeitalter 4.0 – wohin geht der Trend?

Die BrainNet Studie QUEST brachte dramatischen Qualifizierungsbedarf im Einkauf an den Tag: „Zwischen den zukünftigen Anforderungen der Unternehmensfunktion Einkauf und den vorhandenen Qualifikationen der Mitarbeiter klafft eine weite Lücke (…) Unternehmen erlebten in den letzten Jahren große Veränderungen in ihrem Wettbewerbsumfeld, den Technologien und den Märkten. Dies blieb nicht ohne massive Auswirkungen auf den Einkauf (…) Befragt nach den größten Herausforderungen für ihren Unternehmensbereich, nannten die CPO an vorderster Stelle Globalisierung, die größere Verantwortung des Einkaufs innerhalb der Supply Chain und Outsourcing.“ (CHECKpoint eLearning) Mehr als 40 Chief Procurement Officers (CPO) und HR Manager global führender Unternehmen wie Coca Cola, Lufthansa und Bombardier nahmen an den Tiefeninterviews der Studie teil.
Ein Unternehmen ist nur so gut wie seine Mitarbeiter, so CHECKpoint eLearning: „Zentraler Faktor in diesem Veränderungsprozess sind die Mitarbeiter und ihre Kompetenzen, denn sie agieren in immer internationaleren und komplexeren Wertschöpfungsnetzwerken innerhalb und außerhalb ihrer Unternehmen (…) Einkäufer von morgen müssen Trends und Risiken erkennen sowie prozessorientiert agieren.“ (CHECKpoint eLearning)

 

IST-Zustand und Verbesserungsbedarf

Sabine Ursel, Journalistin mit den Schwerpunkten Einkauf und Vertrieb, hat im August 2016 für die „Beschaffung aktuell“ die ehemaligen CPOs und BME-Vorstände Dr. Jürgen Marquard und Dr. Hugo Eckseler zum Thema Weiterbildung im Einkauf interviewt. Heute ist das Betätigungsfeld der beiden Einkaufsexperten die Personalberatung Talent-net GmbH in Köln. Das Interview zeichnet einen Ist-Zustand der aktuellen Weiterbildungssituation in Einkaufsabteilungen. Marquard zum Komplex Einkauf und Industrie 4.0: „Viele Unternehmen haben katalogbasierte Bestellsysteme, E-Sourcing-Tools und interaktive Supply-Chain-Plattformen implementiert. Die Nutzung von Big Data steckt aber noch in den Kinderschuhen.“
Fortschritt und Verbesserungsbedarf sahen beide Einkaufexperten in der Personalentwicklung von Unternehmen. Da für viele Bewerber vor allem große Unternehmen, Ballungsräume, Karrieremöglichkeiten, Internationalität und wirtschaftliche Sicherheit interessant seien, gelte es diese durch besondere Strategien an sich zu binden, erläuterte Eckseler. Insbesondere um das Know-how weiblicher Mitarbeiter zu halten, seien flexible Arbeitszeiten ein probates Mittel. Die Aussicht auf fachübergreifende Projekte und Gestaltungsspielräume gebe den Ausschlag zur Entscheidung für einen Arbeitgeber: „Gerade in Einkauf, Logistik und Supply Chain Management sollte es dafür Raum und Potenzial geben.“
Stellen flexible Gestaltungen von Arbeitszeiten und Arbeitsabläufen für die Personalentwicklungsabteilung nicht eine weitere Hürde bei der Planung von Weiterbildung dar? Die klare Antwort darauf lautet: Nein, die moderne Weiterbildung setzt durch E-Learning und Blended Learning Maßnahmen genau dort an, wo Flexibilität gefragt ist.

 

E-Learning im Alltag angekommen

Gibt es heute E-Learning Konzepte für die Schulung von Einkäufern in Unternehmen, die wirklich alle Anforderungen des Marktes und Unternehmensalltags erfüllen? Der „Einkaufsmanager“ verglich 2011 die Anfänge des E-Learning-Zeitalters mit der Weiterbildungsrealität der Gegenwart: „Erst kam der Hype. Vor 10 Jahren wurde E-Learning, auch Blended Learning genannt (engl. verbundenes/integriertes Lernen), als die Rettung des Abendlandes gepriesen. Dann kam der Katzenjammer. Weder IT-Technik noch Didaktik noch Lernende waren seinerzeit reif für diese neue Art der elektronischen Wissensvermittlung (…) Heute ist E-Learning ein intelligenter Mix mit hohen Synergieeffekten aus altbekannten Lernmethoden und neuen, computergestützten Lehrverfahren“ (Siehe Einkaufsmanager) E-Learning-Entwickler sind mittlerweile in der Lage, auf Weiterbildungsanforderungen von Unternehmen, Lerngruppen und Einzellernern optimal zu reagieren.

 

Blended Learning: Impulse von außen

Lehrstoffe wie etwa Verhandlungstrainings sind für reines E-Learning ungeeignet. Der Bereich Einkauf ist damit prädestiniert für Blended Learning, das die Vorteile klassischen und elektronischen Lernens kombiniert:

  • Klassisch: Präsenzseminare, während der Inhalte in Vorträgen, Übungen, Gruppenarbeiten, Lehrgesprächen, Diskussionen vermittelt und erarbeitet werden.
  • Elektronisch: Digitales Lernen mit Texten und Multimedia auf E-Learning-Plattformen oder via Lern-App, meist mit Anschluss von Foren, Chats und E-Mail-Coachings.

Wie in der BrainNet Studie QUEST festgestellt wurde, fanden 2007 64 Prozent der Trainings immer noch hausintern statt. Nicole Gaiziunas, Direktorin des Bereichs Qualifizierung von BrainNet, fand dies nur bedingt sinnvoll: „(…) liebgewonnene Prozesse müssen überdacht und verändert werden. Dies ist nur durch Impulse von außen und vom Management möglich.“  (CHECKpoint eLearning)

 

E-Learning-Konzepte für Einkäufer Checkliste

Anhand der folgenden Checkliste können Sie die Weiterbildung für Ihre Mitarbeiter im Einkauf planen:

  1. Wie ist es um die Selbstlern-Kompetenz Ihrer Mitarbeiter bestellt?
  1. Zu welchem Lerntyp gehören diese?
  • Visueller Lerntyp: Lernt am besten mit Bildern, Grafiken, Texten, Skizzen, Videos.
  • Auditiver Lerntyp: Benötigt zum Lernen Texte, Audiodateien, Gespräche, Videos.
  • Haptischer Lerntyp: „Learning by Doing“ sowie Videos und Übungen mit folgender Lernerfolgskontrolle.
  • Intellektueller Lerntyp: abstrakt-verbaler Lerntyp, vertieft eigenständig Wissen. Das Lernmedium ist dabei nicht von Bedeutung.
  1. Entwickeln Sie nun dem Lerntyp entsprechend Lernziele, Lernstrategien und Lernverlauf.
  1. Wann soll das Weiterbildungsende sein?
  1. Welcher Lernstoff muss innerhalb eines Jahres/Halbjahres/Monats bewältigt werden?
  1. Welches Weiterbildungsbudget steht Ihnen für den Einkauf zur Verfügung?
  1. Passen bestehende Weiterbildungsinhalte noch, wenn sich Produkt- und Marktbedingungen ändern?
  1. Wie sieht die Personalsituation in Ihrem Unternehmen aus (Urlaub, erhöhter Krankenstand)?
  1. Welche Weiterbildungsformen passen dazu (E-Learning in den Betriebsräumen, Zeit- und ortsunabhängiges Online-Lernen, Mobile Learning, Blended Learning)?
  1. Sind alle Beteiligten dem Thema Weiterbildung gegenüber positiv eingestellt?
  1. Kann sich ein Mitarbeiter partout nicht vorstellen, selbständig in seiner Freizeit zu lernen?

 

Bei allen Fragen und Zielen rund um die Weiterbildung Ihrer Einkäufer ist keeunit Ihr kompetenter Ansprechpartner. Sprechen Sie uns an – wir beraten und begleiten Sie gerne.

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