Zukunftstrends im E-Learning

Wenn es um Zukunftstrends im E-Learning geht, fallen Stichworte wie Gamification, Mobile Learning und Adaptives Lernen. Digitales Lernen nimmt längst keine Sonderstellung als neue, ergänzende, vom „traditionellen“ Lernen abgegrenzte Lern- und Lehrform mehr ein. In seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen ist das elektronische Lernen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Nicht nur Schulen und Universitäten, auch gerade Unternehmen setzen auf elektronisches Lernen als wesentliches Element ihrer Aus- und Weiterbildung.

 

Mit welchen Zukunftstrends des E-Learnings bekommen wir es zu tun? Wie werden diese die Welt des Lernens verändern und optimieren?

 

Speziell die jährlich in Karlsruhe stattfindende Messe LEARNTEC ist ein guter Anzeiger, wohin die Reise im E-Learning gehen soll. Wie die 2015er Ausgabe der Bildungsmesse unter dem treffenden Motto „Mensch und Innovation“ veranschaulichte, erwarten E-Learning-Experten für die Zukunft vor allem eine weitere Vertiefung und Ausarbeitung von E-Learning-Themen, die schon 2015 im Fokus standen. Als neuen Trend heben viele Stimmen besonders die „Gamifizierung“ hervor. Im Sinne der Lerner wird diese Spielifizierung zunehmend auch über die Ebene der Lerninhalte hinaus bestimmend sein für die Gestaltung der gesamten Lernumgebung.

 

Insgesamt machen vor allem 9 wichtige E-Learning-Trends digitales Lernen für Lehrende und Lerner fortan noch attraktiver:

  1. Gamification,
  2. Mobile Learning,
  3. Blended Learning,
  4. Adaptives Lernen,
  5. Learning Management Systeme,
  6. Automation,
  7. On-the-Job-Training,
  8. Augmented Learning,
  9. und Cloud-Based Learning.

 

Die LEARNTEC als Spiegel der E-Learning-Welt

 

Ein besonders prägnantes Barometer für Zukunftstrends im E-Learning war die LEARNTEC „Mensch und Innovation“. Vom 27. bis 29. Januar 2015 konnten sich Messebesucher auf insgesamt 12.000 Quadratmetern Messegelände bei 200 Ausstellern über die zukunftsträchtigen Themen im E-Learning informieren. Die Betrachtung der zunehmenden Personalisierung und Flexibilisierung elektronischer Lern- und Lehrangebote zeigt, dass sich der Mensch künftig nicht mehr an die E-Learning-Lösung anpassen muss, sondern sich diese an ihn anpasst.

 

Seit der LEARNTEC 2014 ist auch school@LEARNTEC ein fester Bestandteil der Fachmesse. „Wir brauchen einen Zusammenschluss von allen am Bildungsprozess Beteiligten. Dazu gehören Firmen, Schulen, Verlage und Bildungsanbieter,“ äußerte sich Jürgen Wuttig vom Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) (Quelle: eLearning JOURNAL). Nicht minder ist das Gebot der Vernetzung zwecks größtmöglichem Wissenszuwachs für Universitäten und frei im Wirtschaftsleben stehende Unternehmen gegeben.

 

Neben weiteren Trendthemen wurde auf der Messe gerade das Potenzial von Serious Games und Gamification aufgedeckt. Da sie Lernprozesse aktivieren und Prozessveränderungen motivieren, werden sie in der Weiterbildung in Zukunft von großer Bedeutung sein.

 

 

E-Learning Zukunftstrends

 

  1. Gamification: Motivation durch Spieleelemente

 

Die Freude am Spielen ist den Menschen angeboren, auch über das Kindes- und Jugendalter hinaus bleibt uns viel davon erhalten. Spielen kann mehr noch als uns zu unterhalten, es hat auch einen Lerneffekt. Entsprechend groß ist der Lernerfolg mit Serious Games und Gamification in der Erwachsenenbildung und Personalentwicklung.

 

„Unter Serious Games (englisch für ernsthafte Spiele) versteht man digitale Spiele, die nicht primär oder ausschließlich der Unterhaltung dienen, wohl aber derartige Elemente zwingend enthalten. Gemein haben Serious Games – sowie auch Lernspiele – das Anliegen Information und Bildung zu vermitteln; dies sollte in einem möglichst ausgeglichenen Verhältnis zu Unterhaltungsaspekten geschehen. Ein authentisches und glaubwürdiges, aber auch unterhaltendes Lernerlebnis steht im Mittelpunkt des Interesses, Genre, Technologie, Plattform und Zielgruppe variieren hingegen.“ (Quelle: Wikipedia)

 

Mit ihren Kosten für Spieleentwicklung inklusive Konzept, Storyboard, Grafik und technische Umsetzung liegen die Gesamtkosten für Serious Games jedoch deutlich über denen für Gamification. Diese meint die Übernahme von einzelnen Spielelementen in klassische E-Learnings. Als Simulation, Zwischentest oder Punktesystem zum Beispiel lockern Spielelemente das E-Training auf.

 

Norma Demuro von keeunit bestätigt: „Gerade im Bereich Gamification erleben wir eine steigende Nachfrage. Dieser Trend wird sich vermutlich weiter fortsetzen, denn spielerische Elemente sind für den User sehr attraktiv. Unternehmen erkennen das zunehmend und nutzen Gamifizierung verstärkt für ihre Weiterbildung.“

 

 

  1. Mobile Learning: Wissensnuggets im Kommen

 

Die Zahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland hat sich von Januar 2009 bis April 2016 von 6,31 auf 49 Millionen nahezu verachtfacht (Quelle: Statista). Die zunehmende Verwendung der Mobilgeräte zum Lernen erfordert eine Anpassung des E-Learning-Contents. Statt Lernmodule werden im M-Learning mittlerweile vermehrt kleinste Wissensnuggets genutzt – ein Trend, der auch bei keeunit ankommt. Das Unternehmen erlebt einen starken Trend zum M-Learning der Variante Microlearning. Firmen sind vor allem interessiert an Kursen, die sich aus Wissensnuggets von zwei bis fünf Minuten Länge zusammensetzen.

 

Mobiles Lernen in dieser neuen Beschaffenheit gibt nicht nur unmittelbaren Zugang zu punktgenauem, projektbezogenem und topaktuellem Wissen, es maximiert durch größtmögliche Freiheit auch die Akzeptanz von E-Learning bei den Lernenden. Denn mache lernen lieber frühmorgens in der Bahn, andere in der Mittagspause im Café, weitere am Wochenende am See.

 

 

  1. Blended Learning als ganzheitliches Lernkonzept

 

Nicht in allen Bereichen lassen sich Schulungen allein als Mobile Learning durchführen. Geht es etwa um praktische Einübung oder Workflowanalysen, ist die Kombination von digitaler mit face-to-face-Bildung gefragt, sprich Blended Learning.

 

 

  1. Adaptives Lernen – auf die Präferenzen des Lerners bezogen

 

Nicht allein in Bezug auf Mobilität geht der Trend im E-Learning hin zu mehr Individualität. Neue und fortschrittliche E-Learning-Kurse eröffnen durch eine Anpassung an die Präferenzen des Lerners nie dagewesene Möglichkeiten. So bieten adaptive Systeme nicht nur den gefragten Content an, sondern gestalten Lerninhalte auch je nach Lernervorlieben mit mehr Texten, Videos oder Simulationen.

 

Die EU hat sich diese Art innovativen Lernens auf den Schirm geschrieben, erläuterte Prof. Dr. A. Peter Henning von der Hochschule Karlsruhe: „Adaptives Lernen steht auch in dem neuen Rahmenprogramm Horizon2020 der EU ganz weit oben auf der Agenda.“(Quelle: eLearning JOURNAL) Professor Henning betreut das EU-Projekt INTUITEL, in dem man zum Beispiel Nutzer auf selbst spezifizierten Lernpfaden durch den Content führen kann.

 

Die Content-Marketing-Spezialistin Isabel Wiliams formuliert den Trend zur Personalisierung des E-Learnings in Amerikas führendem e-Learning Portal für Profis der e-Learning Industrie so: „Alle Trends verweisen auf diese Schlüsselerkenntnis – das Wachstum von Personalisierung auf allen Ebenen des eLearnings. Eines Tages wenn wir in der Lage sein werden, große Mengen an Daten zu analysieren, werden wir E-Learning personalisierter als jemals zuvor sehen und mehr die Bedürfnisse, Präferenzen und Anforderungen von Individuen ansprechend als die von Gruppen.“ (Quelle: eLearning INDUSTRY, eigene Übersetzung)

 

 

  1. Learning Management Systeme: Optimierung durch Big Data

 

Spätestens wenn es im E-Learning von größeren Unternehmen oder Universitäten um die Analyse von Big Data geht, sind Learning Management Systeme gefragt. Sie sind nützliche Hilfstools zur Auswertung von Lernergebnissen und Lernverhalten sowie der Planung von E-Learning.

 

Von Jahr zu Jahr befinden sich mehr Daten im Umlauf. Gerade für ein effektives E-Learning in Großunternehmen und an Universitäten ist darum auf ein Lernmanagementsystem kein Verzicht. Learning Management Systeme lassen Weiterbildungsstrategien planen, indem sie auf Grundlage der Lernergebnisse der Teilnehmer passgenaue Trainigsmaßnahmen vorschlagen. So werden Lücken im Lernkonzept und Wissen der Teilnehmer erkannt und geschlossen. Auch fördern die Systeme adaptives Lernen und optimieren so die Lernprozesse des Individuums. Isabel Wiliams  zu dem Potenzial von Big Data Analytics: „Es ist beeindruckend, welche Versprechen Big Data Analytics für E-Learning bereits gehalten haben. Und in 2016 werden sie wichtiger denn je.“ (Quelle: eLearning INDUSTRY, eigene Übersetzung)

 

 

  1. Automation: Vernetzung von Content & frei verfügbaren Quellen

 

Damit passgenaue Inhalte für viele Kontexte zur Verfügung stehen, muss ein Learning Management System mit einem umfassenden Angebot variantenreicher Lerninhalte angefüllt sein. Unternehmen verfügen jedoch nicht über die Geld- und Zeitressourcen um all diese Inhalte selbst zu produzieren. Indem Lernmanagementsysteme Mitarbeitern Werkzeuge an die Hand geben, können diese Kursinhalte selbst erstellen. Angereichert werden diese Inhalte dann mit frei auf dem Markt verfügbaren Lerninhalten. So ist etwa ein kostenloser Online-Kurs mit wenigen Klicks in das unternehmenseigene LMS eingebunden. Das Learning Management System ist in der Lage, die wichtigsten Aspekte generierter Inhalte zu erkennen und sie in Tests und Quizze einzubauen. Das Ergebnis dieses Kursaufbaus für das Unternehmen ist ein effektives Zeit- und Kostenmanagement in der Weiterbildungsplanung und -umsetzung.

 

 

  1. On-the-Job-Training: Lernen am Produkt

 

Schulungen direkt am Produkt, auf das sich der Kurs bezieht, lassen Lerninhalte besser verinnerlichen und Compliance-Anforderungen meistern. Einer der Bereiche, die für On-the-Job-Training prädestiniert sind, ist der Bereich medizintechnische Geräte.

 

Durch ein LMS lässt sich zudem feststellen, ob ein Mitarbeiter qualifiziert ist für den Umgang mit einem medizintechnischen Gerät wie etwa einem Diagnosegerät. Nur wenn die nötige Zertifizierung im System hinterlegt ist, gibt es ihm den Zugang zu dem Gerät frei. Außerdem erinnert es, wann der Zeitpunkt für seine Re-Zertifizierung gekommen ist.

 

 

  1. Augmented Learning: Google Glasses, Apple Watch

 

Produkte aus der Gruppe „Wearable Computing“ wie Google Glasses und die Apple Watch finden allmählich den Weg in unseren Alltag. So kann man unterwegs durch Google Glasses beispielsweise auf seine Lerneinheiten schauen oder auf der Apple Watch den Vokabeltrainer aufrufen. Über Wearables wird Lernen allgegenwärtig und quasi nebenbei stattfinden.

 

  1. Cloud Based Learning: Lerninhalte verfügbar auf einer Cloud

 

Die Nutzung von Clouds befindet sich im Aufwind, gerade im Sektor E-Learning. Auch wenn einige Menschen immer noch Bedenken haben, ihre Daten auf einem öffentlichen Server zu lagern, schätzen viele Unternehmen doch die Funktionalität, den Komfort und die Sicherheit der Cloud. Der E-Learning Market Trends & Forecast 2014 – 2016 Report (hier geht es zum Report) kündigt ein jährliches Wachstum der Nutzung von cloud-basierten Erstellungstools und Lernplattformen in den USA um 9% seit 2013 an. Für 2016 erwartet er bereits ausgereifte Cloud-Technologien, die Lernprozesse auf viele Arten unterstützen.

 

Stehen auch Sie vor den Herausforderungen, die das E-Learning in der Zukunft mit sich bringt? Sprechen Sie uns an – wir beraten und begleiten Sie gerne.

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