Fernstudium statt Präsenzstudium?

Fernstudium und Präsenzstudium stehen heute für die berufliche Qualifizierung zur Auswahl. Beiden gemeinsam ist der Erwerb eines akademischen Titels zum Studienabschluss. Doch wo liegen die Unterschiede? Während das Präsenzstudium die Anwesenheit zu festen Vorlesungszeiten erfordert, findet das Fernstudium auf speziellen E-Learning Plattformen statt. Damit trägt es dem immer größer werdenden Bedarf nach Flexibilität in unserer Zeit Rechnung. Gelernt werden kann nämlich an jedem Ort und wann immer Zeit ist.

 

„Das ist genau das Richtige für mich“,

 

werden viele unter Ihnen spontan sagen. Ganz so eindeutig ist das nicht – wir geben Orientierung rund um die Weiterbildungsangebote E-Learning und Präsenzstudium und helfen Ihnen so, die richtige Weiterbildungsoption zu finden.

 

Fernstudium – große Akzeptanz bei Arbeitgebern

 

„Haben sich nicht die Arbeitgeber hinsichtlich der Studienabschlüsse von Fernuniversitäten kritisch geäußert?“ Wenn das Ihre bange Frage ist, können wir Sie beruhigen. Dass Abschlüsse von Fernschulen einen schlechteren Stand bei Unternehmen hatten, stimmt zwar, doch es gehört längst der Vergangenheit an. Technisch wie inhaltlich sind E-Learning Tools mittlerweile so weit entwickelt, dass Abschlüsse von Fernuniversitäten denen von Präsenzuniversitäten in vielen Branchen gleichgestellt sind.

 

In den Augen zahlreicher Arbeitgeber zeichnet es einen Bewerber sogar in besonderer Weise aus, wenn dieser via E-Learning seinen Studienabschluss erreicht hat: Es beweist das Vorhandensein großer Motivation und macht den Absolventen durch seine Qualifikation für das Unternehmen noch attraktiver. Ein bereits angestellter Mitarbeiter kann in seiner Freizeit per Fernstudium seinen Bachelor oder Master nachholen. So bleibt er der Firma als Fachkraft erhalten und schafft durch seine neuen Kenntnisse zusätzlichen Mehrwert.

 

Die Forsa (Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH) befragte 300 Personalverantwortliche in deutschen Firmen, ob sie lieber Absolventen eines Fernstudiums oder eines Präsenzstudiums einstellen würden. 37% gaben an, Bewerber mit dem Abschluss einer Fernuniversität zu bevorzugen. 29% sahen zwischen dem Studienabschluss an einer normalen Universität und dem an einer Fernhochschule keinen Unterschied. 28% standen nach wie vor dazu, lieber Absolventen eines Präsenzstudiums einzustellen. 6% enthielten sich. Hier geht es zur Studie.

 

Gründe für ein Fernstudium

 

Die Motivationen zur Aufnahme eines Fernstudiums sind unterschiedlich. Umfragen dazu erbringen variierende Zahlen. Das Ranking der Gründe für ein Fernstudium dagegen bleibt nahezu unverändert:

 

• 74% möchten sich persönlich weiterentwickeln.
• 70% wollen fachliche Qualifikationen vertiefen.
• 63% geht es um eine Verbesserung ihrer Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
• 62% möchten einen beruflichen Aufstieg erreichen.
• 49% zielen auf finanzielle Verbesserung nach dem Studienabschluss ab.
• 25% wünschen sich eine berufliche bzw. fachliche Veränderung.
• 7% wollen mit dem Studium eine Übergangsphase überbrücken.

 

Soll ich mich an einer Fernuniversität einschreiben?

 

Sie streben zur beruflichen Qualifizierung ein Fernstudium an? Der Besuch einer Fernschule kann, muss jedoch nicht die beste Weiterbildungsoption für Sie sein. Zwar steht am Ende des berufsbegleitenden Studiums ein hochwertiger Abschluss. Jedoch muss vor der Entscheidung für ein Fernstudium auch dessen zeitlicher und finanzieller Aufwand berücksichtigt werden. Die Beantwortung einiger grundlegender Fragen bringt Sie der Entscheidung für die richtige Weiterbildungsvariante näher:

 

• Welches Ziel möchte ich durch die Qualifizierung erreichen?
• Wie viel Geld, Zeit und Energie kann ich in das Projekt Weiterbildung investieren?
• Bin ich in der Lage, konsequent und routiniert eigeninitiativ zu lernen?
• Bis zu welchem Zeitpunkt benötige ich das neue Wissen bzw. den Abschluss?
• Kommt statt eines Fernstudiums auch ein Präsenzstudium in Frage?
• Für Berufstätige: Zieht mein Arbeitgeber Seminare einem Studium vor?
• Sind interne Schulungen eventuell bereits ausreichend?

 

Fernstudium versus Abendstudium

 

Flexibles und selbstbestimmtes E-Learning oder Präsenzstudium – welche Weiterbildung passt zu Ihren Kapazitäten und Fähigkeiten: Machen Sie den Selbstcheck!

 

Fernstudium: orts- und zeitunabhängig studieren

1974 wurde die FernUniversität Hagen als erste Fernuni ins Leben gerufen.

„ Fernuniversitäten waren ursprünglich auch aus einem emanzipatorischen Gedanken heraus gegründet worden. Wem die Zeit, finanzielle Mittel oder die formellen Voraussetzungen zum Studium fehlten, sollte in die Lage versetzt werden, ein Fernstudium absolvieren zu können, so es ihm seine Begabung ermöglichte.“(Wikipedia).

 

Neben Berufstätigen gehören Arbeitnehmer in Elternzeit, Behinderte, chronisch Kranke, Inhaftierte und im ländlichen Raum oder dem Ausland fernab einer Präsenzuniversität Lebende zu den Fernstudenten. Was früher der Unterricht über Briefkorrespondenz beziehungsweise Telekommunikation war, ist heute das E-Learning. Die E-Learning-Plattformen lassen selbstbestimmt im eigenen Rhythmus lernen. Während das World Wide Web deutlich ausgebaut wurde, sind immer mehr Fernschulen gegründet worden. So ist die Auswahl an Weiterbildungsanbietern mittlerweile enorm.

 

Neben dem Fernunterricht gehört zum Fernstudium eine Präsenzphase (Blended Learning), das heißt, Prüfungen werden vor Ort abgelegt. Um den Lernstoff zu bewältigen, bedarf es beim Fernstudium der Fähigkeit zur Selbstorganisation sowie einer strukturierten Arbeitsweise. Nicht für jeden ist diese Art des Studiums von daher geeignet. Um eine Be- und Überlastung zu vermeiden, muss klar zwischen Beruf, berufsbegleitendem Studium und Freizeit unterschieden werden.

 

Abendstudium: straff organisierte Weiterbildung

 

Bei der Abwägung zwischen Fernstudium und Präsenzstudium darf man sich von dem Begriff „Abendstudium“ nicht irreführen lassen. Zwar findet der Großteil der Vorlesungen in den Abendstunden statt, einzelne Vorlesungstermine werden jedoch auch tagsüber und an Wochenenden eingeplant. Da die Vorlesungen vor Ort nach oftmals anstrengenden Arbeitstagen stattfinden, kommt es beim Abendstudium auf ein hohes Maß an Disziplin und Belastbarkeit an.

 

Für Menschen, die sich mit dem selbstorganisierten Lernen schwertun, kann das Abendstudium jedoch die bessere Wahl sein. Wer nicht im Beruf steht oder sich eine Auszeit nimmt, kann sich ganz und gar auf ein Vollzeitstudium an einer Präsenzuniversität konzentrieren. Auch ein Teilzeitstudium an einer Hochschule ist möglich.

 

Sollte Ihre Tendenz nachdem Sie unseren Artikel gelesen haben in Richtung Fernstudium gehen, gilt es, Ihre Entscheidung zu verfeinern. Dazu haben wir für Sie einen Selbsttest vorbereitet.

 

Selbstcheck: Bin ich ein Kandidat für das Fernstudium?

 

• Neben dem Beruf schaffe ich es, mindestens 15 Stunden pro Woche zu lernen. (kann je nach Kurs variieren)
• Ich möchte mein Fernstudium als Vollzeitstudium mit etwa 50 Wochenstunden absolvieren.
• Ich bin bereit, während der Prüfungsphasen auf Teile meins Privatlebens zu verzichten.
• Für Präsenzprüfungen nehme ich frühes Aufstehen und längere Anfahrtswege in Kauf.
• Meine Familie und Freunde stehen hinter meinem Vorhaben, ein Fernstudium zu beginnen.
• Meine Finanzierung des Fernstudiums ist jederzeit gesichert.
• Ich verfüge über einen Ort, an dem ich ungestört und konzentriert lernen kann.
• Wenn nötig, bin ich bereit, auch Nachhilfestunden zu nehmen.
• Ich kann gut überblicken, welche Inhalte prüfungsrelevant sind und welche unwichtig.
• Ich kann mich täglich neu motivieren und mit der Freiheit des E-Learnings umgehen.
• Es ist kein Problem für mich, mir Lernstoff durch Lesen und Notieren selbständig anzueignen.
• Ich strebe den Studienabschluss nicht allein aus finanziellen Interessen an.
• Ich bin davon überzeugt, dass ich das Fernstudium erfolgreich abschließen werde!

 

Konnten Sie mehr als die Hälfte der Fragen mit „Ja“ beantworten? Gut, dann bringen Sie die wichtigsten Voraussetzungen für ein Fernstudium mit.

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